Alles erinnert an dich

Fast 3 Monate.

Irgendwie lebt man weiter, versucht das Loch zu füllen, dass du hinterlassen hast...aber egal was man tut, es bleibt da.
Genauso dunkel und tief und groß wie am Anfang.
Oder sogar größer?

Irgendein Wort, so ziemlich jedes Lied. Jedes Gänseblümchen und sogar ein Regentropfen.

Alles erinnert an dich.
Und macht mir immer wieder bewusst, dass du fehlst. Dass ich dich so sehr liebe. Und dass ich dich brauche.

 Alles erinnert an dich, und egal was man tut, dieses Loch lässt sich nicht schließen...

 

Massl.

1 Kommentar 11.4.10 20:37, kommentieren

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Fast 1 Monat...

...seit Flo gestorben ist.

Ich kapier noch immer nicht, dass er weg ist. Ich frag mich, wie ich es "schon so lange" ohne ihn ausgehalten habe.

Nach außen hin ist der Alltag wieder da. Aber eigentlich ist nichts wie vorher.

Er fehlt überall. Manchmal halte ich es hier im Haus gar nicht aus. Meine kleinen Geschwister toben und lachen wieder, aber irgendwie ist diese Stille trotzdem spürbar, manchmal erdrückt sie einen fast.
Andauernd bin ich auf dem Weg, in sein Zimmer zu gehen, und erst wenn ich direkt vor der Tür steh fällt mir ein, dass er nicht mehr da ist.

Meine Mutter arbeitet seitdem nur noch. Flos Zwillingsschwester schließt sich in ihr Zimmer ein und lässt niemanden an sich ran. Die kleinen gehen fast am besten damit um...Sie spielen wieder, lachen und sind glücklich. Aber sie vergessen ihn nicht. Malen Bilder für ihn und stellen viele Fragen.
Sie leben ihr Leben weiter und nehmen sich trotzdem Zeit, das alles zu verarbeiten.

Und ich? Mache irgendwie weiter. Habe gute und schlechte Phasen.
Wenn ich mit meiner Freundin zusammen bin, kann ich kurz vergessen. Oder verdrängen. Sie tut mir gut und ich fühle mich glücklich.
Aber dann kommt ganz plötzlich wieder ein Gedanke an Flo und sofort ist alles gute wieder weg...dann ist diese Verzweiflung wieder da. Der Gedanke, dass man es einfach nicht akzeptieren kann. Und die Leere.Ja, die vor allem. Auf einmal ist alles wieder leer.

Massl.

1 Kommentar 8.2.10 14:03, kommentieren

Beerdigung

Heute war die Beerdigung...
ich hatte so Angst vor diesem Tag.

Es war...schrecklich. wirklich schrecklich. Und traurig, natürlich.
Die Beerdigung an sich war schön, so weit eine Beisetzung das sein kann. Ich glaub, es hätte ihm gefallen, einiges zumindest...Keiner trug schwarz, so wie er es wollte.Ich bin froh darüber, dass ihm so zumindest dieser Wunsch erfüllt wurde...

Und trotz allem, der Tag war grausam und diese Leere ist jetzt noch stärker zu spüren als die ganzen letzten Tage...

 Massl.

19.1.10 20:25, kommentieren

Leere

In mir ist alles so leer.
Und hier ist alles still.
Zu still.
Ich halt es jetzt schon nicht aus...
Du fehlst hier so sehr.

 Massl.

14.1.10 19:49, kommentieren

nightmare became true...RIP =(

Haltet die Welt an, es fehlt ein Stück...

4.Juni 1992 - 13. Januar 2010

Ich vermisse dich schon jetzt so furchtbar, Bruderherz...

Massl.

13.1.10 22:14, kommentieren

Angst.

Kaum ist Weihnachten vorbei, ist auch die unbeschwerte und freudenvolle Zeit vorbei.

Flos Zustand hat sich verschlechtert. Obwohl ich es kaum für möglich hielt, dass es noch schlimmer kommen kann...

Ich hab so Angst.

Bitte nicht...

Massl.

27.12.09 22:30, kommentieren

Weihnachten erlebt :)

Zuerst einmal wünsche ich hier allen Frohe Weihnachten und hoffe, dass alle ein schönes Fest hatten.

Wir hatten es!
Laut Prognose der Ärzte war es ziemlich unwahrscheinlich, dass Flo dieses Weihnachten noch erlebt.
Dabei liebt er Weihnachten so sehr. Und ich hatte schreckliche Angst, dass er es nicht mehr mitbekommt.

Aber er hat es mitbekommen und wir alle sind so dankbar dafür
Weihnachten war dieses Jahr ganz anders als sonst. Weil an Heiligabend die ganze Familie (zumindest die, die hier wohnen. Mein älterer Bruder kam dann gestern erst) zusammen sein sollte, haben wir uns alle in Flo´s Zimmer gequetscht. Da er den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer nicht sehen kann, haben wir einen kleinen gekauft und geschmückt, extra für sein Zimmer.
Er hat ihn gesehen und sich echt drüber gefreut

Es war eng dort in dem Zimmer und es war ein komisches Gefühl, sich über Weihnachten zu freuen und gleichzeitig immer Flo zu sehen, der da liegt, fast nur schläft und nicht zu wissen, was der nächste Tag bringt...
Aber insgesamt war es einfach nur schön!

Hach ja...Dezember. Letztes Jahr im Dezember kam die Diagnose, dass der Krebs zurück ist. Letztes Weihnachten hatten wir alle irgendwie Angst, waren aber noch voller positiver Gedanken und haben fest daran geglaubt, dass er den Krebs wieder besiegt.
Wieviel sich in einem Jahr doch ändern kann...
Und wie viel Leiden und Qualen ein Mensch in einem Jahr aushalten muss.
Wie lange noch?
Ich hab Angst vor der Antwort...

Massl.

1 Kommentar 26.12.09 12:38, kommentieren

Mit einem Krebskranken Bruder zu leben bedeutet...

Mit einem an Krebs erkrankten Bruder zu leben bedeutet...

...ständige Angst zu haben
...tägliche, lange Fahrten ins Krankenhaus
...mitzuerleben, was für schlimme Nebenwirkungen eine Chemotherapie haben kann
...auf der Kinderonkologie eine brennende Kerze zu sehen, weil ein zweijähriges Kind an Krebs gestorben ist
...Tränen zu trösten weil mein Bruder dieses Kind kannte
...Schreie und Weinen aus den Nachbarzimmern zu hören
...zu lernen, was eine Biopsie, ein CT, MRT, Knochenmarkspunktion, Knochen-Szintigraphie, Positronen-Emissions-Tomographie, Leukozyten, Chemotherapie und Bestrahlung ist
...mehr Verantwortung zu übernehmen

...ständig an ihn denken
...zu merken, dass einige Menschen sich von einem abwenden, sobald etwas nicht positiv verläuft
...sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, ohne es zugeben zu wollen
...Angst nehmen, obwohl man sie selber hat
...zu sehen, wie es einem geliebten Menschen immer schlechter geht
...Spezialkleidung und Mundschutz anzuziehen, wenn man doch eigentlich nur seinen Bruder besuchen will...

Mit einem an Krebs erkrankten Bruder zu leben bedeutet aber auch...

...sich nach jeder Chemo furchtbar zu freuen, dass sie vorbei ist
...jedes einzelne Lachen des Bruders so sehr zu genießen
...sich mehr über die Freude anderer zu freuen als man es jemals über die eigene könnte
...sich bewusst werden, dass Gesundheit kostbar und nicht selbstverständlich ist
...viel zu lernen und innerlich zu reifen
...unglaubliche Bewunderung für einen mutigen Menschen zu spüren
...Ärzte kennen zu lernen, denen man vertrauen kann
...viel Hilfe von Freunden und Bekannten zu erfahren
...einen riesigen Freudenschrei loszulassen, wenn die Abschlussuntersuchungen das Ergebnis "krebsfrei" liefern(leider ist der Krebs nach einiger Zeit zurück gekommen =/)
...einen größeren Zusammenhalt in der Familie zu spüren
...sich an den kleinen Dingen des Lebens freuen zu können
...jeden einzelnen Tag und jede Sekunde mit ihm zu genießen!

Ihr seht, alles hat seine guten und schlechten Seiten. Und zumindest manchmal klappt es, sich an den guten zu orientieren und die schlechten mal für einen Moment zu vergessen...

Massl.

2 Kommentare 2.12.09 15:53, kommentieren

Nothing new, just fear.

Viel neues gibt es nicht.

Seit über einer Woche siehts jetzt schon wieder schlecht aus, richtig schlecht. Immerhin die Medikamente wirken und er hat hoffentlich nicht viele Schmerzen...aber viel mitbekommen tut er auch nicht. Ich würd so gern mehr von ihm hören, sein Lachen, seine Stimme...ich vermiss das so sehr, jetzt schon.

und die tatsache, dass ich momentan krank bin und deshalb am besten nicht so oft und nur mit mundschutz zu ihm kann, macht dieses vermissen nicht gerade besser.

Flo ist ein großartiger Mensch. Er ist erst 17, aber manchmal denk ich, er hat mehr erlebt als die meisten Leute mit 70. Und fast alles, was er sagt, könnte man so übernehmen und in ein Poesie-Buch schreiben oder sich als Lebensweisheit merken, weil in jeder seiner Aussage so viel Kraft, Mut und Wahrheit steckt.

Ich will alles von ihm, seine Stimme, sein Lächeln, seine Sprüche immer und immer wieder hören und für immer einprägen, aber ich hab schon jetzt so angst, dass das alles verblasst, irgendwann...

Genug Depri-Geschwafel jetzt. Einfach dankbar sein für jeden Tag, den man mit ihm erlebt.
Wie sagt er so schön? Jeder Tag ist lebenswert. Und sei es nur, weil ich leben darf.

Massl.

1 Kommentar 28.2.05 17:13, kommentieren

Krebs ist eine scheiß Krankheit!

Nur ein kurzes Update...

Die letzten Tage waren besser als die davor. Und immer, wenn es besser wird, hat man doch wieder die Hoffnung, dass er gesund wird...Obwohl man es besser weiß.

Und obwohl man ein bisschen Hoffnung spürt, bleibt die Angst da. Alles, was man tun kann, ist, die Gedanken so weit es geht auszublenden und sich darauf vorzubereiten, einfach alles geschehen zu lassen. Ändern kann man ja doch nichts...

Und deshalb versuchen wir, uns momentan einfach nur zu freuen, dass er etwas fitter ist.

Trotz allem - Krebs ist und bleibt eine scheiß Krankheit.

Massl.

1 Kommentar 21.11.09 17:13, kommentieren